Tauchen: Nachttauchen Ruderregattastrecke Oberschleißheim

Ruderregattastrecke Oberschleißheim

Ein wenig verrückt muss man ja schon sein, bei null Grad Lufttemperatur einen Nachttauchgang zu planen, der einen in ein Wasser mit 4 Grad führt. Wenn sich allerdings die einmalige Gelegenheit bietet in Gewässer einzutauchen, die normalerweise für den Tauchsport strikt gesperrt sind, muss man die Gelegenheit natürlich ausnutzen. Jürgen Steiger hat lange mit der Olympiaparkgesellschaft verhandelt, bis die letztendlich ihr ok gaben. Und so bin ich gestern mit Karin zur Olympia Ruderregattastrecke nach Oberschleißheim gefahren.

Mit dem Auto ging es bis an das Gebäude und langes Schleppen der Ausrüstung entfiel somit. Nach einem kurzen Breefing ging es dann auch schon ans Anziehen. Zuvor konnte sich noch jeder eine UK-Lampe nach Wahl aussuchen, denn das Ganze ist offiziell auch als Lampentest deklariert.

Da das Wasser ja eiskalt war, habe ich zu ein paar Tricks gegriffen. Zwischen dem obligatorischen Shorty, den ich immer drunterziehe, wenn es kalt wird und meinen 6,5 Milimeter Halbtrocken packte ich noch eine heiße Wärmflasche. Die erwies sich echt als kleiner Ofen und brachte 30 Minuten lang wirklich Wärme in den Körper. Dann noch zwei Paar Neoprensocken unter die Stiefel und eine zweite Kopfhaube aufgezogen – schon konnte es losgehen.

Das Wasser ist gerade mal drei Meter tief und überbleien war also Pflicht! Trotzdem fand man sich immer wieder mal kurz an der Oberfläche. Die Sicht war mit über 10 Meter echt genial, nur wenn jemand aus der Gruppe mit den Flossen im Boden wühlte, gab es eine gehörige Staubwolke. Fischmäßig ist das Gewässer echt super. Zahlreiche Forellen, zwei kleine Hechte und zu guter Letzt ein Waller mit einem knappen Meter gab es zu sehen. Zu den Fischen konnte man teilweise bis in Streichelnähe ran. Erstens sind sie noch keine Taucher gewohnt und zweitens verhalten sie sich bei diesen Temperaturen sowieso recht träge. Die Forellen sind teilweise leider krank. Sie sind von einem Pilz befallen und so waren leider auch einige tote Tiere zu sehen.

Aufgrund meiner Vorkehrungen habe ich es dann am Ende 70 Minuten im Wasser ausgehalten und hätten meine eiskalten Finger noch ein wenig mit der Kamera umgehen können, wäre ich wohl noch eine Weile bei dem Waller geblieben. Also raus aus dem Wasser und rein ins Warme. Drinnen warteten schon die heißen Duschen und anschließend wurde bei Kaffee und Kuchen gleich begutachtet, was die Fotografen so geschossen hatten. Hier noch eine kleiner Videozusammenschnitt meinerseits:

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Tauchgangsdaten:
Datum: 13.12.2008
Sicht: 10 Meter
Temperatur: 4 Grad
maximale Tiefe: 2,5 Meter